Jahrespressekonferenz1.Dezember2008:RedevonHans-MichaelHeitmüller,VorsitzenderdesVorstandes


Sehr geehrte Damen und Herren,

auch das abgelaufene Geschäftsjahr zählt bei der Deutschen Leasing zu den Prädikatsjahren. Im Geschäftsjahr 2007/08 (Stichtag: 30. September 2008) stieg das Neugeschäft der Deutschen Leasing Gruppe von 7,8 Milliarden auf erstmals mehr als 9 Milliarden Euro. Das ist ein Plus gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent und es liegt eine halbe Milliarde Euro über unserem bereits recht anspruchsvollen Plan.

Im Inlandsgeschäft war die Deutsche Leasing zunächst verhaltener als die Branche gestartet, konnte aber insbesondere im letzten Geschäftsquartal - also dem dritten Quartal 2008 - mit 14 Prozent Wachstum im Inland durchstarten, während die Leasing-Branche sich rückläufig entwickelte. Unter dem Strich konnten wir damit besser performen als die anderen nicht-herstellergebundenen Leasing-Gesellschaften in Deutschland: Die Branche ist laut BDL-Angaben bezogen auf unser Geschäftsjahr 2007/08 um 10,5 Prozent gewachsen, die Deutsche Leasing erreichte im gleichen Zeitraum ein Wachstum von 11 Prozent und behauptete damit erfolgreich ihre Marktführerschaft.

Einer der Hauptwachstumsträger war das Vendorgeschäft im Ausland, mit dem wir den Export von Investitionsgütern deutscher Hersteller im Wege einer Absatzfinanzierung maßgeblich unterstützen. Die Entwicklung dieses Geschäftsfeldes zeigt zum einen die gute Beschäftigungslage deutscher Investitionsgüterhersteller im internationalen Wettbewerb und zum anderen die hohe Akzeptanz der Deutschen Leasing als Problemlöser in der Absatzfinanzierung. Deutschland ist nach wie vor Exportweltmeister: 2007 hat die Bundesrepublik Waren und Dienstleistungen im Wert von 1.333 Milliarden Euro ausgeführt. Das bei der Deutschen Leasing nahezu ausschließlich vendorgetriebene Neugeschäft im Ausland kletterte auf 1,6 Milliarden Euro und lag damit um 50 Prozent über dem Vorjahr. Über unsere Tochter Deutsche Anlagen-Leasing (DAL) kamen - bezogen auf unser Konzerngeschäftsjahr - weitere 1,9 Milliarden Euro Immobilien-Leasing und Structured-Finance-Geschäft (Vorjahr: 1,6 Milliarden Euro) hinzu. Wir haben uns mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr und einem sehr guten Lauf ins Ziel gerettet, das heißt unser Geschäft hat sich bis zum 30. September trotz der Finanzmarktkrise überproportional gut entwickelt.

Allerdings hat sich seit Mitte September auch für die Leasing-Branche die Welt verändert. Die Leasing-Unternehmen und natürlich auch unser Haus spüren die Auswirkungen der globalen Finanzkrise besonders auf der Finanzierungsseite und auch erste deutliche Konsequenzen einer konjunkturellen Abschwächung durch weniger Geschäft. Daher werden sich nach diesem überaus erfolgreichen Geschäftsjahr die Vorzeichen für das laufende Geschäftsjahr eintrüben.

In das abgelaufene Geschäftsjahr waren wir mit einer neuen Aufbau- und strafferen Ablauforganisation innerhalb der Deutschen Leasing gestartet. Neben der DAL wurden fünf Geschäftsfelder etabliert, die für eine verbesserte Kundenorientierung und Produktivität durch Optimierung der internen Prozesse und Übernahme einer End-to-end-Verantwortung stehen. Nach einem Jahr praktischer Erfahrung können wir heute feststellen, dass sich die neue Struktur bewährt und zu einer erheblichen Steigerung unseres Neugeschäfts bei gleichzeitiger Kostenoptimierung beigetragen hat. Und dies, obgleich noch nicht alle Prozesse der neuen Struktur angepasst wurden. Doch die neue Struktur ist nur eine Grundlage der anhaltend positiven Entwicklung der Deutschen Leasing. Eine weitere ist ihre exzellente Marktposition und ihre strategische Ausrichtung.

Wir haben in der Strategie Deutsche Leasing 2018 unsere bisherigen Erfolgsfaktoren stärker herausgearbeitet und auf die nächsten zehn Jahre ausgerichtet mit einer etwas stärkeren Gewichtung der Ertragsseite. Die Deutsche Leasing will sich damit weiterhin als eines der in Europa führenden Unternehmen für Asset-Finance und Dienstleistungen rund um die Investition positionieren. Wir ermöglichen Investitionen für mittelständische Kunden und Partner und entwickeln gemeinsam Lösungen zum beiderseitigen Nutzen, mit dem Ziel langfristig profitabler und fairer Geschäftsbeziehungen. Gerade in diesen turbulenten Zeiten ein wesentliches Geschäftsmodell, das uns mit unseren Eigentümern, den Sparkassen, noch enger verbindet. Gemeinsam mit den Sparkassen wollen wir auch weiterhin Investitionen unserer meist mittelständischen Kunden ermöglichen.

Zu den wesentlichen Wachstumsträgern der Deutschen Leasing gehören auch weiterhin die vier Erfolgskomponenten:
1. Die Deutsche Leasing ist das Kompetenzcenter Leasing der Sparkassen-Finanzgruppe.
2. Die Deutsche Leasing ist Direktanbieter von Dienstleistungen rund um die Investition.
3. Die Deutsche Leasing ist Absatzfinanzierer für Partner (Sparkassen, Händler und Vendoren) und bietet
4. die Begleitung ihrer Kunden und Partner auf den internationalen Märkten.

Als Kompetenzcenter Leasing ist die Deutsche Leasing Gruppe ein zentraler Dienstleister und die Leasing-Gesellschaft mit einem breiten Leasing- und Objektsortiment in der Sparkassen-Finanzgruppe. Mit der Autofinanzierung über die Sparkassen, über das Internet und über den Autohandel positionieren wir uns zudem als Autobank der Sparkassen. Und schließlich bilden wir über die Deutsche PPP Holding eine strategische Kooperation mit den Sparkassen im Geschäft mit der öffentlichen Hand ab.

Gerade unter den aktuellen Rahmenbedingungen sind Public Private Partnerships für Länder und Gemeinden häufig eine attraktive Alternative, Investitionen in Hochbauprojekte zu realisieren. Laut Bundesbank stammt rund die Hälfte der Kredite an Bundesländer sowie etwa ein Drittel der Darlehen an deutsche Gemeinden von Landesbanken und Hypothekenbanken. Doch beide Institutsgruppen fahren ihre Kreditvergabe zurück. Allein das Kreditvolumen von Hypothekenbanken an Bundesländer ist von Dezember 2007 bis September 2008 um
12,4 Prozent auf 77,7 Milliarden Euro gesunken. Bei den Kommunen gingen die Kreditvolumina um 8,8 Prozent auf 28,1 Milliarden Euro zurück. Auch deshalb werden Public Private Partnerships als Finanzierungsalternative für Projekte der öffentlichen Hand immer wichtiger. Dies ist auch ein Grund, weshalb wir die Komplettübernahme der Anteile an der Deutschen PPP angestrebt haben. Als alleiniger Gesellschafter der Deutschen PPP können wir reagieren und unsere Funktion als Kompetenzcenter innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe für Public Private Partnerships im Bereich des öffentlichen Hochbaus stärken. Gemeinsam mit den Sparkassen erwarten wir deutliche Zuwächse in diesem Bereich innerhalb des Sparkassen-Verbundes (vgl. Presseinformation Deutsche PPP).

Als Direktanbieter von Dienstleistungen rund um die Investition ist die Deutsche Leasing zuverlässiger Geschäftspartner auch für Nichtkunden der Sparkassen. Wir fokussieren uns dabei auf ausgewählte Objekte, Kunden und Produkte.

Für Hersteller und Händler fördern wir als Absatzfinanzierer den Verkauf von deren Produkten im In- und Ausland. Wir bieten einerseits für die Partner selbst Händlereinkaufs- und Lager-/Mietparkfinanzierung und andererseits für deren Endkunden Leasing, Kredit, Mietkauf sowie zahlreiche Service- und Dienstleistungen. Unsere Partner in der Absatzfinanzierung sind Vendoren (insbesondere international agierende Hersteller), Händler im Retail-Geschäft und Partner im IT- und E-Business.

Die internationale Begleitung von Kunden und Partnern verdient aufgrund ihrer erfolgreichen Entwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr eine ausführlichere Betrachtung. Im internationalen Geschäft liegt unser Schwerpunkt auf dem Vendor-Geschäft für Maschinen, das wir sukzessive um andere Leistungen wie Immobilien- und Projektfinanzierung erweitern wollen.

Auch im vergangenen Geschäftsjahr haben wir uns auf unsere Netzwerke verlassen können. Das Vendor-Geschäft bietet die Möglichkeit, über Händler und Hersteller Geschäfte zu realisieren. Das hat für die Vendoren den Vorteil, dass sie auch im Ausland mit ihrem vertrauten Leasing-Unternehmen agieren können. Wir profitieren von den Erfahrungen der Vendoren, die bereits im Zielmarkt etabliert sind. Diese Zusammenarbeit hat für die Kunden der Vendoren, der Sparkassen und der Deutschen Leasing enorme Vorteile. Sie erhalten das Investitionsobjekt plus Finanzierung aus einer Hand.

Das zweite Netzwerk ist der S CountryDesk, das Kooperationsnetzwerk der Sparkassen-Finanzgruppe, über das wir unser internationales Produktportfolio der Sparkassen-Finanzgruppe anbieten.

Dementsprechend ist das Auslandsgeschäft heute eines der größten Geschäftsfelder der Deutschen Leasing. Derzeit profitieren wir noch von Auftragsüberhängen. Dennoch haben wir in diesen schwierigen Zeiten das große Los gezogen. Denn unsere Gesellschafter, die Sparkassen, sind in der aktuellen Situation richtungsweisend. Die Sparkassen gelten neuerdings selbst in den USA mit ihrer eher bodenständigen, konservativen Geschäftsstrategie in der aktuellen Finanzmarktsituation als ein intaktes und sicheres Bankensystem für Firmen- und Privatkunden, heißt es da. Weiter wurde dort berichtet, dass die Finanzmarktkrise deshalb für die Sparkassen und deren Verbundpartner eine echte Chance sein kann.

Und dieses Credo gilt für inzwischen 19 Länder und 38 Standorte, in denen die Deutsche Leasing weltweit tätig ist. Denn die Deutsche Leasing ist wieder den Handelsströmen gefolgt und hat zwei neue Büros eröffnet: Das eine Büro – ein weiterer Standort der Deutschen Leasing España – befindet sich nun in Portugal, in Lissabon. Und auch in Kanada haben wir einen weiteren Standort der Deutschen Leasing USA eröffnet, um die Potenziale entlang der amerikanisch-kanadischen Grenze zu heben. Ich denke, mit dieser Aufstellung sind wir weiterhin gut für die Zukunft gerüstet.

Neugeschäft 2007/08 im Überblick

Das Neugeschäft der Deutschen Leasing gliedert sich wie folgt:




Leasing-Markt 2008

Die Leasing-Branche wird das Jahr 2008 voraussichtlich mit einem Neugeschäft von
57,1 Milliarden Euro abschließen, was einen Zuwachs um 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Der Anteil von Leasing an den außenfinanzierten Investitionen liegt derzeit bei rund 54 Prozent, ermittelte das Münchener ifo Institut für Wirtschaftsforschung. Das ist ein gutes Ergebnis, obwohl die Finanzmarktkrise inzwischen auch bei den Leasing-Gesellschaften zu spüren ist. Zwar droht der Branche aktuell keine Kreditklemme, so der Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL), aber die Liquiditätsreserven schrumpfen deutlich. Die Refinanzierung ist erheblich teurer geworden. Diese Kostenerhöhung wird bei den schmalen Margen der letzten Jahre durch höhere Preise an die Kunden weitergegeben werden müssen.

Mobilien-Leasing erreicht ein Neugeschäftsvolumen von 51,5 Milliarden Euro (+3,3 %), während die Mobilien-Leasingquote nach Schätzungen des ifo-Instituts mit 22,8 Prozent nahezu stabil bleibt. Im ersten Halbjahr 2008 liegt das Wachstum um 9 Prozent, im dritten Quartal nur noch bei 3,6 Prozent. Dies wird sich vermutlich im letzten Quartal 2008 nochmals deutlich abschwächen. Die beliebtesten Leasing-Objekte sind auch 2008 Straßenfahrzeuge mit einem Anstieg von
5 Prozent. Doch die Entwicklung der Restwerte bei den Fahrzeugen trübte die Stimmung etlicher Auto-Leasinggesellschaften deutlich ein. Weil sich die erzielbaren Preise für Gebrauchtwagen seit 2005 erheblich verschlechtert haben, waren wiederholte Wertkorrekturen bei den Restwerten angebracht und notwendig. Allein in den letzten zwölf Monaten sind die Preise um etwa 5 Prozent (im Durchschnitt um 550 Euro pro Fahrzeug) gesunken. Wen wundert es da, dass einige Wettbewerber über Schwierigkeiten und Verluste in der Vermarktung ihrer Leasing-Rückläufer klagen.

Die Deutsche Leasing hat sich im Laufe der Jahre eine exzellente Asset-Kompetenz bei Maschinen, IT und eben auch bei Fahrzeugen aufgebaut. Das Absinken der Fahrzeugrestwerte hat uns deshalb auch nicht überrascht. In Erwartung dieses Ereignisses hatte die Deutsche Leasing entgegen der Praxis zahlreicher Banken und Leasing-Gesellschaften der Hersteller schon seit 2005 ihre Restwerte in mehreren Etappen deutlich gesenkt. Mit diesen modifizierten Restwerten, die zeitweise deutlich unter Schwacke lagen, haben wir eine vorsichtige und vorausschauende Restwertpolitik betrieben. Aufgrund der unsicheren Entwicklung und der ungünstigen Prognosen des gesamten Automarktes werden wir zum 1. Januar 2009 erneut die Restwerte im Schnitt um bis zu 2 Prozent der Unverbindlichen Preisempfehlung (UPE) absenken. Wir blicken auf ein werthaltiges Portfolio: 70 Prozent aller Bestandsfahrzeuge gehören zu den vier Premiummarken. 45 Prozent der Restwerte sind durch Drittgaranten abgesichert. Selbst wenn der hohe Preisverfall sich im kommenden Jahr wiederholen oder noch verschärfen sollte, würde die Deutsche Leasing im Flottengeschäft immer noch schwarze Zahlen schreiben, das haben interne Belastungsrechnungen ergeben. Zusätzlich steht ein betriebswirtschaftlicher Risikopool für extreme Marktsituationen zur Verfügung, der bisher noch nicht beansprucht werden musste und wohl auch im kommenden Jahr nicht in Anspruch genommen werden muss. Die Deutsche Leasing hat keine Restwertproblematik in ihren Büchern.

Ohnehin hat die Deutsche Leasing in all den Jahren ihre Bewertungsspielräume genutzt und weitestgehend die höchst möglichen degressiven Abschreibungen vorgenommen, um die Risiken zu minimieren. Daher können uns selbst tiefgreifende Verwerfungen nicht so leicht erschüttern. Unser Geschäftsmodell stützt sich auf eine fundierte Asset-Bewertung und nicht nur auf das Adressrisiko des Leasing-Nehmers. Die erneut konservative Bewertung unserer Aktiva im In- und Ausland stellt sicher, dass alle erkennbaren Risiken ausreichend abgeschirmt sind. Das haben uns die Wirtschaftsprüfer von KPMG gerade in diesen Tagen wieder bestätigt. Und in diesen Zeiten möchte ich auch darauf hinweisen, dass wir in der Deutschen Leasing reale Wirtschaftsgüter, also Investitionsobjekte finanzieren.

Mit der breiten und langjährigen Kundenverbindung der Sparkassen, die ihre Kunden nicht nur anhand der blanken Zahlen und Bilanzen beurteilen, sondern auch weiche Faktoren in die Beurteilung der Kundenbonität einbeziehen, haben wir eine hervorragende Ausgangsbasis zur gemeinsamen Realisierung weiterer Investitionsideen unserer mittelständischen Kunden. Diese Kundenbasis – angereichert mit einer soliden Risikopolitik und der Asset-Kompetenz der Deutschen Leasing – generiert uns Vorteile im Wettbewerb, die wir gerne für den Mittelstand einsetzen möchten. Mit unserer Fokussierung auf den Mittelstand und einem besonderen Schwerpunkt auf Leasing von Maschinen sind wir als Marktführer bestens aufgestellt.

Auswirkungen der Unternehmenssteuerreform 2008

Das Unternehmensteuerreformgesetz 2008 beschäftigt die Leasing-Branche auch weiterhin, insbesondere die neuen Vorschriften zu den gewerbesteuerlichen Hinzurechnungen, die zu einer gewerbesteuerlichen Doppelbelastung des Leasing führen, da sowohl beim Leasing-Geber (Zinsaufwand für die Finanzierungskredite bzw. Diskontierungsaufwand bei Forfaitierung) als auch beim Leasing-Nehmer (pauschalierte Finanzierungsanteile der Leasing-Raten) Hinzurechnungen vorgenommen werden.

Für das Mobilien-Leasing fällt die mit der Pauschalierung verbundene Schlechterstellung des Leasing-Nehmers im Vergleich zum Kredit letztendlich aber nicht so erheblich aus, dass dadurch das Leasing-Neugeschäft wesentlich beeinträchtigt würde. Insbesondere im Hinblick auf die sonstigen Vorteile wie Liquiditätsschonung und Bilanzneutralität sowie die flexible Aufwandssteuerung und klare Kostenzurechnung erwartet die Deutsche Leasing daher auch künftig eine positive Entwicklung. Für den Leasing-Nehmer zählen weiterhin seine betriebswirtschaftliche Planungssicherheit, die Schonung seiner Eigenkapitalrelationen und die hohe Flexibilität beim Einsatz von Leasing-Objekten, die einem schnellen technischen Veralterungsprozess unterliegen. Wir sind davon überzeugt, dass diese Vorzüge auch in Zukunft den Erfolg von Leasing als innovativer Finanzdienstleistung sichern werden.

Um die zusätzliche gewerbesteuerliche Belastung beim Leasing-Geber und die damit verbundene Wettbewerbsverzerrung gegenüber einem Bankkredit zu korrigieren, hatte die Politik zugesagt, die Einführung spezieller aufsichtsrechtlicher Regelungen für Leasing-Unternehmen zu prüfen, die eine Einbeziehung in die bisher nur für Banken geltende Sonderregelung des § 19 Gewerbesteuer-Durchführungsverordnung rechtfertigen würde. Nach intensiven Diskussionen ist diese Zusage nun im Jahressteuergesetz 2009 mit steuerlicher Wirkung noch für 2008 umgesetzt worden.

Während die Leasing-Unternehmen mit den aufsichtsrechtlichen Regelungen – das KWG findet nur in "abgespecktem" Umfang (KWG light) Anwendung – "leben" können, ist die gewerbesteuerliche Ausgestaltung mit erheblichen Risiken für die Leasing-Gesellschaften verbunden.

Die Gewerbesteuererleichterung für Leasing-Unternehmen soll nämlich nur dann gewährt werden, wenn nachweislich ausschließlich Finanzierungs-Leasing betrieben wird. In der Leasing-Praxis lässt sich diese Voraussetzung jedoch kaum einhalten, da integraler Bestandteil der Geschäftsaktivitäten der Leasing-Unternehmen zumeist auch Dienst- und Serviceleistungen rund um die Leasing-Güter sind. Zudem führt die Ausschließlichkeitsvoraussetzung zu einer erheblichen Rechtsunsicherheit: Denn bereits ein nachträglich – beispielsweise im Rahmen einer Betriebsprüfung – nicht als Finanzierungs-Leasing anerkanntes Geschäft infiziert den gesamten Leasing-Vertragsbestand. Die Folgen für das Leasing-Unternehmen sind fatal: Es muss für die Dauer des Vertrages die Gewerbesteuer auf den Fremdfinanzierungsaufwand für ihr gesamtes Geschäft zuzüglich der Zinsen nachzahlen. Zur Verdeutlichung finden Sie dazu ein Rechenbeispiel in der Pressemappe.

Die Deutsche Leasing hat von Beginn an deutlich artikuliert, dass der im Gesetz vorgesehene Ausschließlichkeitsanspruch nicht praxisgerecht ist und die Basis für umfassende und langwierige Rechtsstreitigkeiten legt. Leider war letztlich keine praxisgerechte Ausgestaltung des Gesetzes erreichbar.

Und lassen Sie mich ergänzen: Gerade deshalb ist der Marktführer unter den deutschen Leasing-Gesellschaften den Abgeordneten des Deutschen Bundestages im Finanzausschuss außerordentlich dankbar, dass sie mit der jetzt im Ausschussbericht festgehaltenen Formulierung einen Weg aufzeigen, wie trotz des etwas verunglückten Textes im Gesetz noch eine mittelstandsfreundliche und praxisbezogene Lösung im Verwaltungsweg gefunden werden kann. Die Abgeordneten haben damit sehr viel Sachverstand und Weitsicht bewiesen.

Auswirkungen der Finanzmarktkrise

Die Finanzkrise hat inzwischen längst auch Deutschland erreicht und erfasst zunehmend auch die Realwirtschaft. Die Bundesregierung hat einen Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin) geknüpft und schnürt Rettungspakete für die Banken. Eine Bank nach der anderen schlüpft unter den Schirm des Soffin und sucht Hilfestellung beim Bund. Wichtig wäre jetzt, dass diese Gelder auch tatsächlich dem Mittelstand zugute kommen. Es muss sichergestellt werden, dass diese Gelder zur Aufrechterhaltung der Kreditversorgung eingesetzt werden und damit eben auch zur Liquiditätsversorgung des Mittelstands und der Leasing-Branche, die wiederum mit diesen finanziellen Mitteln Investitionen ermöglicht – immerhin im Wert von
57 Milliarden Euro in diesem Jahr.

Denn auch die Leasing-Branche als größter Investor der deutschen Wirtschaft spürt die Auswirkungen der Finanzmarktkrise, vor allem in einer Verknappung ihrer Liquidität. Ausreichende Liquidität ist jedoch Basis für neues Geschäft. Da für etliche Leasing-Gesellschaften ihre Finanzierungsbasis deutlich schmäler geworden ist, könnte die Refinanzierung für neues Geschäft in der Tat zum Engpassfaktor werden. Hieraus könnten in der Leasing-Wirtschaft erhebliche Verwerfungen entstehen. Zunächst dürfte es für die Gesellschaften eng werden, die nicht wie die Deutsche Leasing eine Bank oder Bankengruppe als Mutter haben.

Denn obgleich wir in der Finanzierung unseres Neugeschäfts keinen akuten Engpass spüren, verknappen sich auch für uns die finanziellen Mittel. Vor allem die Geschäftsbanken im In- und Ausland haben als Folge der Finanzmarktkrise ihre Finanzierungslinien gekürzt. Da wir uns zu etwa zwei Dritteln über die Sparkassen finanzieren, sind wir zuversichtlich, unsere bisher gute Liquiditätssituation dennoch aufrechterhalten zu können. Die Deutsche Leasing und die Sparkassen als ihre Eigentümer, Vertriebspartner und Finanziers befinden sich derzeit in einer vergleichsweise komfortablen Situation. Denn die Einlagenzuflüsse der Sparkassen und deren freiwerdende Gelder aus bestehenden Anlagen können wir hervorragend einsetzen, um damit benötigte Finanzierungsmittel von der Sparkassen-Finanzgruppe an die mittelständische Wirtschaft zurückfließen zu lassen. Mit einer koordinierten Marktbearbeitung im Verbund können wir in dieser Situation den Beweis antreten, dass wir den Schirm für unsere Kunden nicht zumachen, wenn es zu regnen beginnt.

Die Sparkassen gelten gerade in Krisenzeiten als besonders sichere Institute. Denn obgleich die Banken durch die Krise kritischer beurteilt werden als zuvor, ist das öffentliche Bild der Bankengruppen deutlich differenziert: 70 Prozent der Deutschen sagen, dass die Großbanken im Ansehen eingebüßt haben, bei den Landesbanken schlägt sich der Imageverlust mit
55 Prozent nieder und bei den Sparkassen ist die Hälfte der Befragten der Ansicht, dass diese ohne Imageschaden aus der Krise hervorgehen und sogar 17 Prozent sehen das Ansehen der Sparkassen gestärkt. Das solide Geschäftsmodell der Sparkassen baut auf Nachhaltigkeit, Verlässlichkeit und Optimierung der Relation von Ergebnis und Risiko und hat sich bewährt. Und diese Attribute kennzeichnen ebenfalls das Geschäftsmodell der Deutschen Leasing.

Gemeinsam mit den Sparkassen stehen wir als verlässliche Partner zu unseren Kunden und ermöglichen mittels Leasing auch künftig Investitionen des Mittelstands. Aus heutiger Sicht sind wir von all diesen Veränderungen zwar ebenfalls betroffen, aber deutlich weniger als andere Gesellschaften.

Die Finanzmarktkrise beeinflusst die Weltwirtschaft erheblich. Der ifo-Weltwirtschaftsklimaindex ist auf den niedrigsten Stand seit mehr als 20 Jahren gesunken, was auf eine globale Rezession hinweist. Dementsprechend ist auch der ifo-Geschäftsklimaindex im Oktober für die gewerbliche Wirtschaft in Deutschland deutlich gesunken. Und davon ist auch Mobilien-Leasing betroffen.

Start ins Geschäftsjahr 2008/09

Bereits Anfang September hatten wir Sie darüber informiert, dass der Aufsichtsrat der Deutschen Leasing Kai Ostermann, seit zwei Jahren Mitglied des Konzernvorstands, zum
1. Oktober 2008 zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Leasing ernannt hat. Dies geschieht schon heute in Vorbereitung meiner Nachfolge, da mein Vertrag bei der Deutschen Leasing bis Juli 2010 läuft.

Mit unserem Neugeschäft liegen wir in den ersten beiden Monaten des neuen Geschäftsjahres erneut deutlich über den Vorjahreszahlen. Mit einem Plus von etwa 15 Prozent im Inland gegenüber dem Vorjahr hat die Deutsche Leasing ihren Wachstumskurs klar fortgesetzt.

Im Ausland erwarten wir nach den hohen Neugeschäftsvolumina des Vorjahres für die ersten beiden Monate im neuen Geschäftsjahr einen leichten Rückgang um etwa 3 Prozent. Der Start in das neue Geschäftsjahr des Konzerns bedeutet für die DAL das Blasen zum Endspurt. Einmal mehr verläuft die Geschäftsentwicklung wiederum erfreulich und mit einem deutlichen Wachstum. Aber das muss auch so sein, da das letzte Kalenderquartal für Immobiliengeschäfte erfahrungsgemäß das stärkste ist.

Ausblick

Angesichts der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen blickt die Deutsche Leasing realistisch auf ihre Wachstumschancen. Trotz der zahlreich zu erwartenden Widerstände haben wir uns erneut anspruchsvolle Ziele gesetzt, die wir durch weiteres organisches Wachstum und eine Stabilisierung unserer Ergebnissituation auf hohem Niveau anstreben. Angesichts der Rahmenbedingungen verfolgen wir unseren Wachstumskurs mit Augenmaß unter Beachtung von Produktivitäts- und Renditezielen und einer angemessenen und selektiven Risikopolitik. Wir haben uns deshalb ein Wachstum von 4 Prozent vorgenommen. Dies halten wir zwar für äußerst anspruchsvoll, dennoch aber möglich. In welchem Maße die Konjunktur von der Finanzmarktkrise beeinflusst und wie schnell diese überwunden werden kann, hat erheblichen Einfluss auf unsere Prognose.

Doch Konjunktur und Krise werden immer auch stark von psychologischen Faktoren beeinflusst. Die Finanzkrise und die damit verbundene Liquiditätsverknappung im Bereich der Finanzdienstleister und der Realwirtschaft ist vor allem eine Vertrauenskrise. Und Vertrauen wieder herzustellen, dauert erfahrungsgemäß etwas länger, sodass man möglicherweise davon ausgehen muss, dass die belastenden Faktoren nicht nur von kurzer Dauer sind. Gleichwohl sehen wir die Krise nicht nur negativ. Das Wort Krise wird im Chinesischen mit zwei Schriftzeichen symbolisiert: Das eine steht für Gefahr und das andere für Chance. Und ich denke, diese Interpretation trifft ins Schwarze. Insofern liegt es an uns, mit diesen beiden Polen umzugehen. In den Gazetten liegt der Schwerpunkt zumeist auf der Gefahr. Vergleichweise wenig zu lesen ist über die Chancen, die einer Krise innewohnen können. Wir bei der Deutschen Leasing sehen natürlich die Risiken, wollen uns aber speziell den Chancen widmen. Schwierige wirtschaftliche Phasen waren immer auch chancenreich für unser Geschäft. Unsicherheit fördert das Klima für Leasing-Geschäfte, weil Leasing flexibel, nutzeradäquat und vor allem nicht so endgültig ist.

Gerade deshalb ist Leasing aus Sicht des Kunden in schwierigen Zeiten eine gesuchte Alternative zu anderen Investitionsformen. Innerhalb der Leasing-Branche wiederum hat die Deutsche Leasing besonders gute Voraussetzungen, weil sie ein tragfähiges Geschäftsmodell und mit den Sparkassen die richtigen Partner hat. Aufgrund dieser Ausgangssituation und unserer stabilen marktführenden Stellung gehen wir davon aus, an den sich bietenden Marktchancen auch weiterhin überproportional partizipieren zu können.



Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!